Wilder Wegesrand

Wildkräuter, Wildfrüchte & grünes Leben

Zitrone des Nordens: Vitamin-C-Wildfrucht Sanddorn

Zugegeben, Standdorn ist nicht jedermanns Geschmacks-Sache. Aber wer ihn mag, der liebt ihn, und wer das noch nicht tut, findet hier vielleicht ein paar Gründe, ihm zumindest eine Chance zu geben. Denn der Sanddorn ist ein wahres Vitamin-C-Wunder. Was für ein Glück, dass man ihn rechtzeitig vor dem Winter draußen findet.

Viel Vitamin C und Betacarotin

Der Vitamin-C-Gehalt des Sanddorns ist beachtlich: Er liegt bei mindestens 200 mg pro 100 Gramm Früchten. Schon 1 Teelöffel Früchte decken den täglichen Bedarf, der bei rund 150 mg pro Tag liegt. Deswegen ist der Sanddorn auch ein prima Wildfrucht für den Winter. Mehr zu abwehrsteigernden Wildfrüchten lest Ihr übrigens hier. Auch den Tagesbedarf an Betacarotin von 1 Milligramm decken 100 Gramm Sanddorn-Fürchte.

 

Sanddornbeeren vor der Verarbeitung (copyright: wilderwegesrand.de)

Schon 1 TL an Sanddorn deckt den täglichen Vitamin-C-Bedarf

 

Besonders wertvoll ist auch das fette Öl, das sowohl im Fruchtfleisch, noch viel mehr aber in den ebenfalls essbaren, wenn auch sehr kleinen Kernen vorkommt. Sanddornöl fördert die Wundheilung und wird etwa bei Sonnenbrand und anderen Hautschäden eingesetzt.

Standorte des Sanddorns

Der Sanddorn mag es, wie der Name schon sagt, gerne sandig, zumindest aber doch recht karg, denn er ist ein sogenannter ‚Erstbesiedler‘. Dementsprechend findet man ihn an eher rauen Stellen: im Norden Deutschland natürlich in der Dünenlandschaft, anderswo am Rande von Baggerseen oder auf Schotterflächen, in höheren Lagen auch auf Wiesen oder am Rand von Wäldern. Verwechseln kann man ihn eigentlich nicht, zumindest nicht in der Jahreszeit, in der er interessant wird: im Herbst. Typisch für den Sanddorn: seine orangefarbenen kleinen Beeren wachsen direkt am Ast.

 

Sanddornbeeren (copyright: wilderwegesrand.de)

Der Sanddorn zählt zu den „wehrhaften Wildfrüchten“

 

Das unterscheidet ihn von anderen ‚Dornen‘-Büschen. Zwar entwickelt etwa auch der Feuerdorn orangene Beeren, doch die hängen gebündelt in Dolden herab.

Sammeln: Ohne Fleiß kein Preis

Und damit sind wir beim nächsten Thema: Leider gehört der gute Sanddorn nicht zu den leicht zu sammelnden Wildfrüchten. Zum einen hat er wirklich, sagen wir, „effektive“ Dornen. Deswegen sollte man ihn immer mit festen Handschuhen sammeln / schneiden. Zum anderen zerplatzen die Früchte sehr schnell. Tun sie es nicht, wisst Ihr: Das ist kein Sanddorn.

TIPP: Am besten schneidet man deswegen einzelne kleine Äste einfach ab. ABER bitte wirklich nur im Maßen, und nur dann, wenn es ausreichend Sanddornsträucher am jeweiligen Standort gibt! Die Äste legt man einfach in einem Beutel ins Gefrierfach. Wenn die Beeren gefroren sind, lassen sie sich gut von den Ästen abklopfen. Dennoch, plant ausreichend Zeit ein, denn es bleibt eine friemelige Angelegenheit.

 

Ast mit Sanddornbeeren (copyright: wilderwegesrand.de)

Sanddornbeeren sitzen fest am Ast – sie zu lösen, ist keine ganz einfache Aufgabe

 

Rezepte mit Sanddorn

Marmelade/Fruchtmus

Ich mag Sanddorn am liebsten in der Kombination mit Hagebutte und Apfel. Und deswegen verweise ich Euch einfach hier auf das bereits geschriebene Rezept dazu 😉 Kleiner TIPP: Auch mit Kürbis, etwa Hokkaido-Kürbis, macht sich Sanddorn als Fruchtmus prima. Den Kürbis könnt Ihr statt der Hagebutten einsetzen.

 

Herbstmarmelade (copyright: wilderwegesrand.de)

Dreierlei Herbstmarmelade mit Hagebutten, Sanddorn und Apfel

Zero-Waste: Früchte-Tee mit Sanddorn

Wenn man Marmelade mit Sanddorn macht und die Früchte durch ein Passiersieb streicht oder durch die Flotte Lotte dreht, bleiben die Schalen übrig. Die kann man trocknen und anschließend eine Früchte-Teemischung mit ihnen zaubern. Was dort noch so alles Platz finden könnte, steht in diesem Artikel: Früchte-Tee mit Hagebutten.

 

Sanddornschalen (copyright: wilderwegesrand.de)

Sanddornschalen nicht wegwerfen sondern für Tee trocknen!

 

Falls Ihr Anregungen, Fragen oder Ideen habt, oder natürlich auch tolle Sanddorn-Rezepte – immer her damit!

 

 

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