Wilder Wegesrand

Wildkräuter, Wildfrüchte & grünes Leben

Corona-Krise und kein Klopapier? Keine Panik!

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Ihr habt kein Klopapier mehr und die Regale sind überall leer? Don’t panic! Es gibt Abhilfe. Und die ist nicht nur mindestens genau so gut wie Klopapier, sie ist auch noch ziemlich günstig und macht „da unten“ richtig sauber.

„Wenn Sie Klopapier wollen, müssen Sie morgens um 7 Uhr kommen. Heute um 9 Uhr war schon alles weg.“ – O-Ton Verkäuferin eines Drogeriehandels. Sagt mal, liebe Leute, was macht man eigentlich mit soooo viel Klopapier? Covid-19 löst doch keine Magen-Darm-Grippe aus. Also ich komm da nicht mehr mit..

Klopapier-Rollen (copyright: wilderwegesrand.de)

Ich habe noch genau drei Rollen Klopapier – und keinerlei Sorge deswegen

Deswegen dachte ich, ich erzähl Euch mal, wie ich das schon seit langem mache.

Mein Verbrauch an Klopapier pro Tag beläuft sich zwischen 4 und 2 Blatt Recycling!-Klopapier – je nach Bedarf und Beschaffenheit. Und die brauche ich  nur dann, wenn ich ein großes Geschäft erledige 😉 Aber fangen wir mit dem kleinen Geschäft an.

Besser als Klopapier: Stoff-Läppchen

Nachdem ich viel über den immens steigenden Papierverbrauch gelesen und recherchiert habe (und später auch geschrieben: Die Gier nach Papier und ihre Folgen), nutze ich für die kleinen Erledigungen auf dem Klo kleine Stoff-Läppchen, für die ich alte Frotee-Handtücher zerschnitten habe.

Stoff-Läppchen (copyright: wilderwegesrand.de)

Stoff-Läppchen sind umweltfreundlich weil wiederverwendbar und viel angenehmer als Klopapier

Die befeuchte ich etwas und nutze sie dann wie normales Klopapier – außer dass ich sie nicht ins Klo werfe sondern sie nach der Benutzung mit Seife und warmem Wasser abspüle. Danach lege ich sie zum Trocknen auf die Heizung. Im Winter werden sie ganz schnell wieder trocken, im Sommer bleiben sie meist bis zur nächsten Nutzung feucht.

Ich nutze jedes Läppchen einen Tag lang und wasche es dann in der 60-Grad-Wäsche.

Kleiner Hinweis: Ich packe alle Läppchen in einen kleinen Stoffbeutel, um zu verhindern, dass Flusen die Waschmaschine verstopfen.

Stoff-Läppchen (copyright: wilderwegesrand.de)

Einfach mit 60 Grad waschen

Mit den Stoff-Läppchen tut man übrigens nicht nur der Umwelt und dem eigenen Geldbeutel etwas Gutes – es bleiben so auch keine nervigen Papierreste am Körper kleben. Das finde ich super angenehm! Und nun zum großen Geschäft.

Bitte nicht: Küchenpapier und Co!

Wenn Ihr jetzt denkt: Ach, dann nehm ich eben Kosmetiktücher oder Küchenrolle – bitte, tut das nicht! Denn anders als Toilettenpapier zerfallen die nicht und drohen, die Kanalisation zu blockieren. Hier auch der Appell der Verbraucherzentralen:

Ganz mediterran: Wasser statt Toilettenpapier

Weil ich möglichst plastikfrei leben will, habe ich vor gut anderthalb Jahren beschlossen, kein feuchtes Klopapier mehr zu nutzen. Zum einen, um die Plastikverpackung drum herum zu sparen, zu anderem zersetzten sich die feuchten Tücher damals noch nicht – heute tun das zum Glück die meisten.

Für ein rundherum sauberes Gefühl fülle ich nach dem normalen Abwischen mit Klopapier befülle einfach eine kleine Plastikflasche mit warmem Wasser und wasche mögliche Reste mit diesem Wasser auf dem Klo sitzend ab. Fürs Trocknen nehme ich ein ganz normales Handtuch oder eben eines der oben vorgestellten kleinen Stoff-Läppchen aus alten Handtüchern.

Plastikflasche mit Wasser (copyright: wilderwegesrand.de)

Mach’s wie die Italiener: Werd sauber mit Wasser! 😉

Sollte der Klopapier-Notstand anhalten, macht es mir auch nicht aus, auf das erste Abwischen mit Papier zu verzichten. Im Mittelmeerraum macht man das ja seit Ewigkeiten schon so – Stichwort Bidet.

Ja, man fasst sich dabei an die eigenen Körperöffnungen 😉 Aber das ist gar nicht so schlimm. Danach gilt es natürlich Händewaschen – aber das sollten wir nach dem Klogang eh immer machen..

Und man fühlt sich einfach herrlich sauber, nach der Wasser-Reinigung. Also: Don’t panic!

 

 

 

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8 Kommentare

  1. Hallo Jeannette,
    da hast Du mal wieder einen sehr guten, nachhaltigen Beitrag geschrieben.
    Klar ist es erstmal eine ungewöhnliche Methode das *größere* Geschäft soooo zu säubern, aber sinnig ist es allemal.
    Über den bakteriellen Einsatz von Feuchttücher habe ich erst am Wochenende einen Beitrag gelesen. Es soll gar nicht so gesund sein. Man soll sich dadurch Infektionen im Intimbereich holen.
    Ich werde Deine Ideen mal ausprobieren.

    Bleib Du und Deine Familie auch gesund.

    Liebe Grüße
    Monika

    • Liebe Monika,

      herzlichen Dank für Dein liebes Feedback! Ich muss wirklich sagen, dass ich auch nach zwei Jahren meiner „Klo-Methode“ keinerlei Infektionen oder Entzündungen oder ähnliches zu beklagen habe. Danke für den Hinweis mit den Feuchttüchern – da bin ich ja froh, dass ich die nicht mehr nutze. Hast Du schon (neue) Erfahrungen gesammelt? Wie fühlt es sich an? Ich jedenfalls habe von meinem Klopapier-Vorrat seit Schreiben des ARtikels gerade mal eine Rolle zu Ende verbraucht 😉

      Bleib gesund, herzliche Grüße,
      Jeannette

  2. Cool danke für diesen Beitrag – in einer schon so unglaublich verblendeten und von unserer eigenen Körper-Natur entfernten Welt! Danke

    • Liebe Vera,
      ich danke DIR für Deinen netten Kommentar! 🙂 Ja, es war echt schon irre, was da in Sachen Klopapier los war.. Ich hoffe, Dir geht es gut und Du bleibst weiter gesund und auch körperverbunden – in welcher Weise auch immer 😉

      Beste Grüße,
      Jeannette

  3. Super Tipps,
    danke für’s Veröffentlichen, tzotz des anrüchigen Themas…
    Ich schreibe übrigens ebenfalls einen Blog

    • Liebe Sabine,

      ich finde, das ist n sauberes Thema ;-D
      Wie heißt denn Dein Blog? Da würde ich gerne mal stöbern.

      Viele liebe Grüße,
      Jeannette

  4. Liebe Jeanette,
    grundsätzlich gebe ich Ihnen recht bitte allerdings auch folgendes zu bedenken:

    -Nicht alle Menschen sind so jung und gelenkig um das Thema mit einer Wasserflasche zu erledigen?
    Haben Sie hier auch eine Lösung.
    -Das Thema mit den Stofflappen finde ich für unser Haus (4 Personen in 3 Generationen) schwer umsetzbar?
    Wer hat welche Lappen? Wer benützt welche Flasche zwecks Keinübertragung? Lagerung? Wäscheanfall?

    PS: Über Papierverbrauch sollte man sicher auch Bedenken: In Deutschland stehen ca. 3 x so viel Bäume im Wald wie die Sonne mit Licht ideal versorgen kann. Fast alle Bäume (besonders die Fichten) hungern dahin und haben dadurch kaum einen Zuwachs und somit kaum eine CO-Einlagerung. Wenn wir den Wald auslichten reden Experten über die bis zu 3-Fache Einlagerung von Kohlenstoff.
    Nur wer will das bezahlen wenn der Papierholzpreis im Keller liegt da viel zu wenig verbraucht wird und somit die Papierholzernte mehr kostet als diese einbringt?
    Hier müsst mal viel tiefer reserchiert werden.
    Liebe Grüße
    Josef Hausberger

    • Lieber Josef Hausberger,

      ja, die Stofflappen-Lösung ist sicher bei so vielen Personen nicht so einfach umzusetzen. Man könnte mit Farben arbeiten, wenn man denn mag. Statt Wasserflasche kann man auch eine Po-Dusche nutzen – die gibt es im Fachhandel, in Unverpacktläden, im Internet.

      https://www.dm.de/happypo-po-dusche-weiss-inkl-reisetasche-p4008033152877.html

      Oder aber man macht es gleich so, wie die Mediteranen und istalliert einen Duschschlauch mit Griff am Waschbecken in WC-Nähe, wie bei einem Bidet. Aber sooo gelenkig muss man auch mit der Wasserflasche gar nicht sein 😉

      https://praxistipps.chip.de/bidet-nachruesten-so-wird-jedes-klo-zum-dusch-wc_107457

      Zum Thema Wald habe ich in Sachen Lichversorgung noch nicht tiefer recherchiert – ich weiß nur, dass in allen Industrieländern der Papierverbrauch in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten enorm gewachsen ist – auch der an Klopapier. Es wird also nicht zu wenig sondern zu viel Papier verbraucht: https://www.dw.com/de/die-gier-nach-papier-und-ihre-folgen/a-50936357

      Und die Frage ist ja auch: Was kommt nach einer „Auslichtung“? Momentan jedenfalls brauchen wir eher mehr Bäume als weniger. Soweit ich weiß, liegt der Papierpreis oder zumindest der Holzpreis durch das viele Fichtenholz derzeit im Keller. Das hat erst einmal nichts damit zu tun, dass zu wenig Papier verbraucht wird.

      Ich danke dennoch herzlich für die Anregungen.

      Beste Grüße,
      Jeannette